Chronik Untermenü -->
Am Freitag, dem 18. Mai 1984, kam Johann Gaderbauer wie immer zur Probe. Am Sonntag darauf war er tot.
Der Chronist schreibt es in einem einzigen Satz, und er schreibt ihn, weil er dabei gewesen ist:
„Unser Sangesbruder Johann Gaderbauer besuchte, wie immer, am Freitag, 18. 5. noch die Probe, saß noch kurz im Gasthaus Wolfsbeger in Hackenbuch in unserer Runde, wurde am nächsten Morgen ins Krankenhaus eingeliefert, wo er am 20. Mai verstorben ist.“
Er stand im dreißigsten Lebensjahr.
Wann der Band ihn nennt
Johann Gaderbauer kommt in den Chronikbänden selten vor, und beide Male, die er vorkommt, sind gesellige Abende.
|
Wann |
Was der Band schreibt |
|
18. Dezember 1983 |
Das Eisstockschießen im Rückstau. Der Band nennt ihn unter acht Sangesbrüdern, die „den Preis für Würste u. Bier“ gewannen oder verloren; der Abschluß war „in ‚Braunsberg‘ beim Kriegl“. |
|
18. Mai 1984 |
Die Probe am Freitag und die Runde danach im Gasthaus Wolfsbeger in Hackenbuch. |
Zwischen den beiden Einträgen liegen fünf Monate.
Der erste seit dreizehn Jahren
Die Sängerrunde singt oft an Gräbern – 1984 allein fünfmal. Die Verstorbenen sind fast immer unterstützende Mitglieder. Ein aktiver Sänger war zuletzt der Kassier Rudolf Schwarz, der am Jahresende 1971 starb.
Johann Gaderbauer ist der erste seither. Der Chronist stellt den Eintrag deshalb auch nicht zu den anderen Begräbnissen des Jahres, sondern mitten in die Vorbereitungen:
„Nun kamen die Vorbereitungen für die Bischofsvisitation und für die Gedenkstunde anläßlich des 20. Todestages des Dichters R. Billinger. Da sollte unsere Sängerrunde durch einen tragischen Todesfall noch einmal aufgerüttelt werden.“
Das Begräbnis am 24. Mai
„Die Sänger beteiligten sich am abendlichen Gebet, beim Begräbnis waren sie als Träger aktiv und verabschiedeten den verläßlichen Sangesbruder mit dem Chor ‚Meine Lust ist Leben‘ bei der Einsegnung und mit dem ‚Schottischen Bardenchor‘ am Grabe nach Worten des Gedenkens vom Chorleiter Gangl.“
Die Sänger trugen den Sarg. Das schreibt der Band bei keinem anderen Begräbnis dieser Jahrgänge.
Die Frühmesse am 17. Juni
„Bei der Frühmesse sangen wir in memoriam unseres verstorben Sängers Johann Gaderbauer die ‚Deutsche Messe‘ von Haydn.“
Vier Wochen nach dem Begräbnis, und es ist der letzte Eintrag, der seinen Namen nennt.

