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„Gleich nach den Sommerferien wurde der Beschluß gefaßt, einen ‚Oberösterr. Heimatabend‘ beim Verein der Oberösterreicher in Wien zu gestalten.“
Dass die Einladung gerade nach St. Marienkirchen ging, hatte einen Grund, den die Chronik nicht nennt und ein Wiener Bericht schon: der geschäftsführende Obmann des Vereines der Oberösterreicher, Ferdinand Hasibeder, war ein gebürtiger St. Marienkirchner.
Die Vorbereitung
„Gleich legte Chorleiter Gangl ein entsprechendes Programm vor und die Probenarbeit war sehr erfreulich und intensiv. Alle Chöre des Programmes wurden frei vorgetragen. Diese Mühe lohnte sich.“
„Frei vorgetragen“ heißt: auswendig. Sechsundzwanzig Sänger, sechsundzwanzig Programmnummern, kein Notenblatt.
Samstag, 19. Oktober – der Abend
„Beim Heimatabend am 19. Oktober 1968 vor 600 Besuchern im Festsaal ‚Grünes Tor‘ fand unsere Sängerrunde ein dankbares Publikum und erntete viel Beifall.“
Mehr schreibt der Chronist nicht – er verweist auf das, was er eingeklebt hat: „Siehe anschließende Einladung, Programm und Zeitungsartikel und Fotos.“
Die gedruckte Einladung nennt das Motto „Frisch außa wia’s drin is’“ und die Mitwirkenden: die Sängerrunde unter Chormeister Oberlehrer Fritz Gangl, „der auch die Zusammenstellung des Gesamt-Programms besorgte“, das Schott-Trio aus Ried im Innkreis, die Chamerauer Deandl’n aus dem Bayerischen Wald und den Heimatdichter Oberschulrat Rupert Ruttmann aus Sigharting. Eintritt frei.
Sonntag, 20. Oktober
Am Tag darauf sang die Sängerrunde in der Acht-Uhr-Pfarrmesse der Stadtpfarrkirche St. Anna in Wien-Baumgarten die Haydn-Messe; die Chamerauer Deandln sangen Marienlieder dazu. Anschließend waren alle Mitwirkenden Gäste im Schärdinger Milchhof in Wien, mittags wirkten sie in der Rundfunksendung „Autofahrer unterwegs“ mit, und die Heimfahrt führte durch die Wachau.
Mitgefahren waren auch die beiden Bürgermeister des Ortes.
Was die Zeitungen schrieben
Vier Berichte kleben im Chronikband. Das Linzer Volksblatt vom 21. Oktober 1968 überschrieb seinen Bericht „Innviertler spielten groß auf – Begeisterung in Wien geerntet“ und hielt fest, die Sängerrunde sei „unter Oberlehrer Fritz Gangl zu einem der besten Männerchöre des Innviertels herangereift“.
Die Rieder Volkszeitung vom 24. Oktober meldete zwei Ehrungen: Rupert Ruttmann und Chorleiter Friedrich Gangl erhielten „das silberne Ehrenabzeichen des Vereines der Oberösterreicher in Wien“ – Gangl „für besondere Verdienste um die Förderung des heimatlichen Volksliedes“. Kein Chronikband erwähnt diese Auszeichnung.
Das Mitteilungsblatt des Wiener Vereines nannte den Chor „ein beachtliches Können mit gepflegter Stimmkultur“ und den Abend „einen Abend gehobenen Frohsinns, herzlicher Freude und erbauender Unterhaltung“.
Die sechsundzwanzig Sänger
Im Band klebt ein Atelierfoto der ganzen Runde in einheitlicher Tracht, und darunter hat der Chronist jeden einzelnen aufgeschrieben: „Sängerrunde St. Marienkirchen bei Schärding am 19.10.1968 in Wien erfolgreich.“ Es ist die einzige vollständige Namensliste des Chores, die aus den Jahren zwischen 1948 und 1998 überliefert ist.
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Reihe |
Von links nach rechts |
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Sitzend |
Kassier Rudolf Schwarz · Obmann-Stellvertreter Franz Demmelbauer-Ebner · Obmann Karl Mayr · Chorleiter Friedrich Gangl · Schriftführer Josef Daller · Kassier-Stellvertreter Josef Demmelbauer-Ebner |
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Mittlere Reihe |
Helmut Schönauer (Lehrer) · Karl Demmelbauer-Ebner (Solist) · Johann Wimmeder · Josef Schneebauer · Alois Brüwasser (Solist) · Fritz Endmayer · Franz Maierhofer · Franz Emminger · Walter Gruber · Walter Daller (Archivar) |
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Rückwärtige Reihe |
Alois Bernauer · Johann Lehr · Alois Moritz · Karl Burgstaller · Julius Hackl (Archivar) · Ernst Reinthaler (Fähnrich) · Karl Schneebauer · Franz Stiegler (Lehrer) · Franz Bernauer (Schriftführer-Stellvertreter) · Johann Straif (Lehrer) |
Was daraus wurde
„Die Freundschaftsbande mit dem Verein der Oberösterreicher in Wien wurden begründet“, schreibt der Chronist. Es wurden noch andere Bande geknüpft: unter den Mitwirkenden des Abends war Otto Peisl, der erste Vorsitzende des Oberpfälzer Volksliedkreises in Cham, der die Chamerauer Deandln betreute.
Sechs Wochen später saßen die Verantwortlichen des Volksliedkreises in St. Marienkirchen am Wirtshaustisch, um einen Gegenbesuch zu verabreden. Daraus wurde die Sängerfahrt nach Stamsried am 31. Mai und 1. Juni 1969 – und der Gegenbesuch der Oberpfälzer im September desselben Jahres.