Chronik Untermenü -->

Chronik 1982 - Der Sängerausflug in die Südsteiermark

Der Chronist faßt die zwei Tage in vier Zeilen zusammen:

„Ein sehr gelungener Sängerausflug führte uns in die südsteirische Weinstraße. Höhepunkt war die Meßfeier am Sonntag in der herrlichen Barockkirche in Ehrenhausen. Wir sangen die Schubertmesse.“

Was diesen Ausflug von allen anderen unterscheidet, steht nicht im Fließtext, sondern klebt einige Blätter weiter: ein maschingeschriebener Zettel mit Abfahrtszeit, Fahrtroute und Teilnehmerliste. Es ist der einzige geschriebene Fahrtplan, den die Chronikbände bewahrt haben – für die Fahrten von 1971, 1973, 1977, 1978 und 1981 gibt es nichts dergleichen.

 

Der Fahrtplan

„Sängerausflug in die Steiermark am 24. u. 25. Juli 1982“

„Abfahrt: 6,00 Uhr beim Gemeindeamt“

Tag

Was der Fahrtplan aufzählt

Samstag, Hinfahrt

St. Marienkirchen – Ried im Innkreis – Frankenburg – Gmunden – Ausseerland – Liezen – Trieben – St. Johann („Jause?“) – Judenburg – Weißkirchen – Gaberlstraße – Salla – Köflach („Maria Lankowitz oder Piber“) – Voitsberg – Krottendorf („Ligister Hochstraße“) – Stainz – Deutschlandsberg („Schilcherstraße“) – Eibiswald („Südsteirische Weinstraße“) – Gamlitz.

Sonntag, Rückfahrt

Gamlitz – Ehrenhausen („Mausoleum“) – Graz („Stadtrundfahrt“) – Schloß Eggenberg – Bruck – Leoben – Präbichl – Eisenerz – Hieflau – Gesäuse – Pyhrnpaß – Wels – St. Marienkirchen.

Das Fragezeichen hinter „Jause“ und das „oder“ bei Köflach stehen so auf dem Blatt: der Plan läßt zwei Punkte offen. Auf dem Zettel stehen außerdem einige handschriftliche Korrekturen und Streichungen.

 

Wo übernachtet wurde

Im Band klebt eine Ansichtskarte des Gasthofes „Wratschko“ in Gamlitz – mit Ortsansicht, Gaststube, Fremdenzimmer und Tennisplatz. Gamlitz ist der letzte Punkt der Hinfahrt und der erste der Rückfahrt; der Fahrtplan setzt den Ort ans Ende des ersten Tages.

 

Der Sonntag in Ehrenhausen

Ehrenhausen steht im Fahrtplan mit dem Zusatz „Mausoleum“. Der Chronist nennt den Ort als Höhepunkt der Fahrt, und er nennt auch, was gesungen wurde: die Schubertmesse – dasselbe Werk, mit dem die Sängerrunde seit den sechziger Jahren Trauungen, Begräbnisse und Festgottesdienste begleitet.

 

Die Bilder

Zweimal klebt im Band dasselbe Gruppenfoto: etwa fünfunddreißig Personen, Männer und Frauen, auf einer Wiese vor einem terrassierten Berghang, der wie ein Tagbau aussieht. Eine Beschriftung trägt es nicht. Der Fahrtplan nennt für die Rückfahrt Präbichl und Eisenerz; mehr sagt keine Quelle.

 

Wer mitfuhr

Der Zettel führt die Reiseteilnehmer in zwei Spalten auf, rund dreißig Namen, darunter Ehefrauen. Ein Paar ist durchgestrichen.

Die Liste ist mehr als eine Namensfolge: sie ist die einzige zeitgenössische Aufstellung von Mitgliedern der Sängerrunde zwischen dem Gruppenbild von 1968 und den Jahrgängen ab 1998 – und sie belegt zwei Namen, die die Vereinsaufzeichnung für die siebziger Jahre führt und die kein Chronikband bisher bestätigt hatte.

Vier Monate nach der Fahrt starb einer der Teilnehmer: das unterstützende Mitglied Johann Bachinger, am 26. November 1982.

 

Die Sängerausflüge dieser Jahre

Wann

Wohin

16. und 17. Juli 1977

Innsbruck und Stubaitalgletscher, Heimfahrt über den Achensee.

27. und 28. Mai 1978

Pießling Ursprung, Sensenschmiede, Stift Admont, steirischer Bodensee.

27. und 28. Juni 1981

Hohe Salve, Brandstadl, Söll, Herrenchiemsee – der Bildnachtrag nennt ein anderes Datum.

24. und 25. Juli 1982

Südsteirische Weinstraße, Gamlitz, Ehrenhausen, Graz.