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Am 19. Oktober 1968 stand die Sängerrunde in Wien auf der Bühne des Festsaals „Grünes Tor“. Mit auf dem Programm standen die Chamerauer Deandln aus dem Bayerischen Wald, und mit ihnen war ihr Betreuer gekommen: Otto Peisl, der erste Vorsitzende des Oberpfälzer Volksliedkreises in Cham.
Sechs Wochen später saßen die Verantwortlichen des Volksliedkreises in St. Marienkirchen am Wirtshaustisch. Ein Oberpfälzer Blatt brachte ein Foto davon und die Überschrift: „Termin für Besuch der Sänger festgelegt.“
9. Mai 1969 – die Vorbesprechung
„Am 9. Mai kamen der 1. Vorsitzende (Otto Peisl), der 2. Vors. (Ulf Forst), der Geschäftsführer (Günter Rasche) und Herr Schloßbräuer Eberl nach St. Marienkirchen, um mit uns den 2-tägigen Sängerbesuch zu besprechen. Ein geselliger Nachmittag!“
Ein Vorbericht in den Heimatnachrichten vom 17./18. Mai erklärte den Oberpfälzer Lesern, wohin ihre Sänger im Herbst fahren würden: St. Marienkirchen sei „eine Ortschaft mit rund 1700 Einwohnern, die sich auf einem Gebiet von 24 Quadratkilometern aus 26 kleineren Ortschaften und einigen Weilern zusammensetzt“, und sehenswert sei „die Marienkirche des Ortes, um 1300 im gotischen Stil errichtet“.
31. Mai – das Grab in Cham
Auf der Anfahrt hielt der Bus in Cham. Im Februar des Jahres war Otto Peisl jun. gestorben, Lehrer in Kolmberg und Sohn des Vorsitzenden. „Die Sängerrunde gedachte auch des im Februar verstorbenen jungen Sängers und Kolmberger Lehrers Otto Peisl jun. an dessen Grab.“
Ein Oberpfälzer Blatt berichtete darüber unter der Überschrift „Am Grabe eines jungen Sängers und Lehrers“ und brachte ein Foto der Sänger am Grab. Chorleiter Fritz Gangl legte einen Kranz nieder und übermittelte „insbesondere der Familie Peisl das Beileid der Sängerrunde“. Der Bericht nennt auch den Grund: weil mehrere Sänger selbst Lehrer waren, habe der Chor gewünscht, „auf der Anreise in Cham dem Kollegen im Beruf und in der Muse … ein Gedenken zu widmen“.
31. Mai und 1. Juni – Stamsried
„Bei herrlichem Wetter fuhren wir mit dem ‚Kreneck-Bus‘ in die Oberpfalz. Dort wurden wir freundlichst empfangen und bestens untergebracht.“
„Wir sangen am Samstag abend und am Sonntag nachmittag im Schloßsaal in Stamsried und trotz kurzer Schlafenszeit in der Pfarrkirche in Stamsried am Sonntag beim Hochamt die Haydn-Messe.“
Mitgefahren waren der Bürgermeister Josef Pichler und der Vizebürgermeister Mathias Hingsamer – denn aus der Sängerfreundschaft sollte, so das Oberpfälzer Blatt, „eine freundschaftliche Verbindung zwischen den beiden Marktgemeinden Stamsried und St. Marienkirchen werden“. Auch der Präsident des Oberösterreichisch-Salzburgischen Sängerbundes, Rechtsanwalt Dr. Otto Straßl, schloss sich dem Besuch an.
Wie der Chor auf die Gastgeber wirkte, steht in demselben Blatt: „Diese Chorsätze singen die St. Marienkirchener vom Blatt, alles andere aber auswendig. Das allein ist schon eine Leistung, die man bei unseren Chören höchst selten vorfindet.“
Und es beschreibt, wer da sang: „Da sind einmal die vier Lehrer, für die es eine Selbstverständlichkeit ist mitzusingen, dann sind bald alle Berufe vertreten, Landwirte, Handwerker, Kaufleute, Angestellte, Vorarbeiter, Kraftfahrer usw. Der Obmann der Sängerrunde Karl Mayr ist z. B. Viehkaufmann in der Geschäftsstelle der oberösterreichischen Viehverwertung.“
Von dem, was die Chronik „zwei liederfrohe und bierselige Tage“ nennt, gab es einmal einen Bildbericht: „Ein Bildbericht … liegt in einem eigenen Fotoalbum auf.“ Das Album ist nicht auffindbar.
13. und 14. September – der Gegenbesuch
„Am 13. u. 14. September kamen dann die Oberpfälzer Sänger und Musikanten nach St. Marienkirchen.“
„Herr Mayr, Wimmer in Niederham, stellte seine Oldenburger und seinen Landauer zur Verfügung, um die Ehrengäste in Suben abzuholen. Ortsmusikkapelle, Sängerrunde, Bürgermeister und Gemeinderäte nahmen Aufstellung vor dem Amtsgebäude, und der Empfang war für die Gäste überwältigend.“
Am Abend folgte der Volkslieder- und Volksmusikabend im Gasthaus Daller. Am Sonntag gestalteten die Gäste das Hochamt mit der „Waidlermesse“ – und dann zeigte ihnen das Innviertel, was es hat:
„Anschließend wanderten wir zum Hauer in Großwiesenhart, um seinen modernen Schweinestall zu besichtigen, und schließlich trafen wir uns beim ‚Öl in Großwiesenhart‘ zu einer Innviertler Mostprobe. Die Begeisterung von ‚Schneiderbauers Most‘ war groß und die Speckjause, von Obmann Mayr zubereitet, schmeckte allen.“
„Der gesellige Nachmittag im vollbesetzten Putzinger-Saal erfreute alle. Schweren Herzens nahmen wir von unseren Freunden aus der Oberpfalz Abschied.“
Der Bogen
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Datum |
Was geschah |
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19. Oktober 1968 |
Heimatabend in Wien. Die Sängerrunde trifft Otto Peisl, den Vorsitzenden des Oberpfälzer Volksliedkreises. |
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Dezember 1968 |
Der Vorstand des Volksliedkreises kommt nach St. Marienkirchen und legt den Besuch für 1969 fest. |
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9. Mai 1969 |
Vorbesprechung in St. Marienkirchen. |
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31. Mai 1969 |
Gedenken am Grab von Otto Peisl jun. in Cham; abends Festabend im Schloßsaal Stamsried. |
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1. Juni 1969 |
Hochamt in der Pfarrkirche Stamsried mit der Haydn-Messe; nachmittags Freundschaftssingen im Schloßsaal. |
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10. August 1969 |
Vier Männer fahren nach Stamsried, um den Gegenbesuch zu besprechen. |
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13./14. September 1969 |
Die Oberpfälzer in St. Marienkirchen: Empfang vor dem Amtsgebäude, Volksmusikabend, Hochamt, Mostprobe. |
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26./27. September 1970 |
Die Sängerrunde fährt noch einmal nach Stamsried – zur Einweihung der neuen Schule. |
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29. November 1970 |
Adventsingen in St. Marienkirchen mit Gruppen des Oberpfälzer Volksliedkreises. |