Eine Wand mit den Jahreszahlen von 1947 bis 2026 und dem Schriftzug „Chronik“

Chronik 1976

Was im Vereinsjahr geschehen ist — Monat für Monat.

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9. Jänner 1976 - Generalversammlung und „Weiberroas“

„Am 9.1.76 begann das Vereinsjahr mit der Generalversammlung, während dieser trafen sich die Sängerfrauen zu einer ‚Weiberroas‘ und anschließend wurde gemeinsam ein Truthahn verspeist.“

Es ist der erste Beleg in allen Bänden dafür, dass die Sängerfrauen während der Versammlung etwas Eigenes unternahmen.

23. Jänner 1976 - Der erste Gausängerball in Reichersberg

„Am 23.1. besuchten viele Sänger den ersten Gausängerball in Reichersberg.“

Reichersberg ist in diesen Jahren der Treffpunkt des Inngaues – 1970 das Konzert im Stiftshof, 1972 der Volkstumsabend, 1974 die Gemeinschaftsprobe, 1975 das Sänger- und Musikantentreffen mit den Oberpfälzern.

13. Februar 1976 - Abschied von Johann Schachinger

„Das Begräbnis des unterstützenden Mitglieds Johann Schachinger, Huber in Großwiesenhart war am 13.2.76. Es wurde wie üblich ein Trauerchor gesungen.“

15. Februar 1976 - Eisstockschießen Bass gegen Tenor

„Eine fröhlich sportliche Einlage war das Eisstockschießen Bass gegen Tenor im Rückstau in Gstötten am 15.2. mit anschließendem fröhlichen Beisammensein beim Kriegl in Antiesen.“

Im Jahr zuvor hatten dieselben zwei Mannschaften beim Plattenwerfen gegeneinander angetreten; damals gewann der Tenor 8:3. Wie es diesmal ausging, notiert der Chronist nicht.

20. Februar 1976 - Der Sängermaskenball

„Der Sängermaskenball am 20.2. mit dem Andorfer ‚Musik train‘ war auch dieses Jahr wieder das Ballereignis von St. Marienkirchen. Durch die Bar auch eine finanzielle Stütze der Vereinskasse.“

22. Februar 1976 - Die Trauung in Eggerding

„Am 22.2. sangen wir in der Pfarrkirche in Eggerding anläßlich der Trauung des Brautpaares Rumpl-Schmiedhuber Franz (Mitgl. des St. M. Dreigesanges) die Schubertmesse. Karl Demmelbauer-Ebner sang das ‚Ave Maria‘ v. Schubert.“

Der Dreigesang hatte sich im Jahr zuvor gebildet. Sein dritter Mann heißt im Band 1975 „Schmidlhuber“ und hier „Schmiedhuber“.

23. Februar 1976 - Abschied vom Altbürgermeister Franz Biereder

„Schon am nächsten Tag, 23.2.76 wirkten wir beim Begräbnis des Altbürgermeisters und Ehrenbürgers der Gemeinde St. Marienkirchen, Franz Biereder, der auch unterstützendes Mitglied unserer Sängerrunde war, mit.“

26. Februar 1976 - Die Probe im klangreichen Vorhaus

„Die Probe beim Maier in der Edt, am 26.2., im klangreichen Vorhaus, war eine fröhliche Sängerrunde.“

Entdeckt hatten die Sänger diese Akustik beim Polterabend im Juni 1974: „hier wurde die wunderbare Akustik der ‚Vorhaushalle‘ des Maierhauses und dessen Kellers entdeckt.“

19. März 1976 - Die Probe im Gasthaus Putzinger

„Am 19.3. trafen wir uns zur Probe im Gasthaus Putzinger.“

30. März 1976 - Abschied von Martha Katzlberger

„Beim Begräbnis des unterstützenden Mitgliedes VD i. R. Martha Katzlberger sangen wir den Trauerchor ‚Über den Sternen‘.“

Denselben Chor hatte die Sängerrunde 1970 am Grab Georg Bauers gesungen.

4. April 1976 - Der Ausflug zum Bockbierfest nach Stamsried

„Ausflug zum Bockbierfest nach Stamsried“

Die einzige Fahrt in die Oberpfalz, für die kein Auftritt verzeichnet ist. Ein halbes Jahr später kommt die Sängerrunde wieder – dann zur Geburtstagssitzweil für Otto Peisl.

1. Mai 1976 - Die Hochzeit des Schriftführers

„Ein festlich froher Tag war in diesem Vereinsjahr der erste Mai. Unser Schriftführer Josef Daller wurde in unserer Pfarrkirche mit einer Volksschullehrerin getraut. Wir sangen in der Kirche die Schubertmesse und ‚Karli‘ sang das Ave Maria.“

„Die anschließende Hochzeitstafel beim ‚Pöttinger am Hochschacher‘ dauerte bei ernsten und frohen Liedern bis in die Nacht hinein.“

Josef Daller ist seit 1967 Schriftführer des Vereines; „Karli“ ist Karl Demmelbauer-Ebner, der in diesen Jahren bei fast jeder Trauung das „Ave Maria“ singt.

28. Mai 1976 - Die Probe beim Bahnwirt in Suben

„Am 28. Mai war eine Probe der Vereine des Inngaues beim Bahnwirt in Suben für das Gausingen des Inngaues.“

30. Mai 1976 - Das Gausingen zum Jubiläum des MGV Zell-Riedau

Das Gausingen des Inngaues fand „anläßlich des 50-jährigen Bestandes des MGV Zell-Riedau“ statt, „bei dem wir am 30. Mai mit unseren Volkslied- und Gstanzlvorträgen recht gut angekommen sind.“

Im Band klebt dazu ein Farbfoto: ein Männerchor in dunklen Trachtenjankern unter einem Banner mit der Aufschrift „50 JAHRE MGV RIEDAU“. Der Band selbst schreibt den Verein „Zell-Riedau“.

12. Juni 1976 - Abschied von Johann Pucher

„Begräbnis des unterstützenden Mitglieds Pucher Johann, Großwiesenhart.“

Ob dabei gesungen wurde, vermerkt der Band nicht – als einziges der fünf Begräbnisse dieses Jahres.

2. Juli 1976 - Das Hoffest beim Maier in Buch

„Das diesjährige Hoffest beim Maier in Buch (Obmannstellvertreter) am 2.7. mit ‚warmem Leberkäs‘, ‚Radi‘ und Bier war wieder ein feuchtfröhliches Fest, gerade die richtige Einstimmung für das Sommerfest.“

Drei Jahre zuvor hieß dasselbe Fest „Sommernachtsfest“ – „ein herrlicher Abend im Hof bei Lagerfeuer“. Dass der Gastgeber Obmann-Stellvertreter ist, sagt der Band erst hier.

10. bis 12. September 1976 - Das Sommerfest und die „Tausendjährige Linde“

Das Sommerfest war für Juli geplant und wurde „wegen schlechten Wetter“ auf den 10., 11. und 12. September verschoben.

„Dafür wurde dieses Fest, zu dem die ‚Tausendjährige Linde‘, die am 12. September 1976 zum Naturdenkmal erklärt wurde, Anlaß war, eine gute Neueinführung der Sängerrunde.“

„Eine Woche lang arbeiteten die Sänger am Bau eines großen Bierzeltes, das für etwa 700 Leute Platz bietet.“

Mehr über die drei Tage steht auf der eigenen Seite.

Zum Sommerfest >>

17. Oktober 1976 - „Herbst mit Richard Billinger“ und die neue Tracht

„Schon am 17.10.1976 gestaltete die Sängerrunde für eine Fernsehaufnahme, leider bei sehr trübem Wetter, die Feierstunde ‚Herbst mit Richard Billinger‘.“

„Uwe Dick (Dichter und Vortragskünstler) las Gedichte von Richard Billinger, Prof. Hans Ziegler aus Rosenheim (Literaturforscher und Volkskundler) sprach die Laudatio für Richard Billinger. Musikalische Umrahmung durch Sängerrunde, Musikkapelle, Dreigesang und Landjugendgruppe.“

„Eine sehr gelungene Veranstaltung, doch ist es nicht sicher, ob die Filmaufnahmen verwendbar sein werden.“ Ob je etwas gesendet wurde, sagt kein Band.

An den Rand dieser Seite hat der Chronist eine eigene Zeile geschrieben und unterstrichen: „Erstmals neue Tracht: 17. 10. 76“. Dreizehn Jahre zuvor war die Generalversammlung im Schneesturm über den Ankauf von Trachtenhüten auseinandergegangen, und drei Sänger waren ausgetreten.

23. Oktober 1976 - Ein Ständchen für die Herbergswirtin

„Am 23.10. gratulierten wir Frau Zäzilia Wimmeder, unserer Herbergswirtin, zum 60. Geburtstag. Sie spendete 1000 S und ‚Freitrunk‘!“

31. Oktober 1976 - Die Geburtstagssitzweil für Otto Peisl in Stamsried

„Am 31.10. sangen wir in Stamsried in der Oberpfalz bei der Geburtstagssitzweil für Otto Peisl, dem ‚Ersten Vorsitzenden des Oberpfälzer Volksliedkreises‘.“

Otto Peisl kommt in den Bänden zum vierten Mal vor: 1969 empfängt er die Sängerrunde in Stamsried, 1972 ist er Gast bei ihrem Jubiläum, 1973 führt sein Jubiläum sie nach Neunburg, 1976 singt sie ihm zum Geburtstag.

7. November 1976 - Heldenehrung

„Heldenehrung: Haydnmesse Heldengrab.“

19. November 1976 - Die Probe beim Kriegl in Antiesen

„Probe beim Kriegl in Antiesen. (10 Liter Bier v. Fa. Schmierer) Aufnahme des unterstützenden Mitgliedes Johann Ganczarsky aus Neuhaus.“

Die Firma Schmierer begegnet dem Verein zum vierten Mal: 1963 lieferte sie die Trachtenhüte nach Maß, über deren Ankauf die Generalversammlung im Schneesturm auseinanderging; 1964 lud sie zur Brauereibesichtigung nach Zipf; 1971 sang die Sängerrunde ihrem Inhaber zum 50. Geburtstag.

Johann Ganczarsky ist der einzige Neuzugang, den die Bände 1972 bis 1976 überhaupt verzeichnen – und er ist ein unterstützendes Mitglied.

3. Dezember 1976 - Der Heurigenabend im Bergkeller

„Heurigenabend im Bergkeller. Beste Stimmung bei gutem Wein und frohen Liedern“

5. Dezember 1976 - Die Bauernmesse in Eggerding

„Aufführung der ‚Bauernmesse‘ und eines Adventliedes bei der 8-Uhr- und 9-Uhr-Messe in der Pfarrkirche in Eggerding.“

Zweimal an einem Vormittag, in der Nachbarpfarre – im Februar hatte die Sängerrunde dort schon bei einer Trauung gesungen.

17. Dezember 1976 - Das Adventsingen in der Pfarrkirche

„Großen Anklang fand das Adventsingen in unserer vollbesetzten Pfarrkirche, bei dem folgende Gruppen mitwirkten: Sängerrunde, Dreigesang, Kinderchor, Frauenchor und Spielgruppe der HS-Lehrer. Adventgedichte u. Texte sprachen die Volksschüler. Gesamtleitung VD Friedrich Gangl.“

„Die Veranstaltung dauerte 45 Minuten. ‚Das hätte länger dauern sollen‘, hört man immer wieder begeisterte Besucher.“

„Anschließend gab es für Sänger und Gattinnen Schnitzel im Gasthaus Daller.“

Das Adventsingen gibt es seit dem 11. Dezember 1960. 1964 gestaltete es die Familie Unfried mit, 1970 kamen die Gruppen des Oberpfälzer Volksliedkreises, 1976 sind es fünf Gruppen aus dem eigenen Ort.

Vereinsjahr 1976 - Die Bilanz

„Dieses Jahr war wohl eines der aktivsten in der Vereinsgeschichte. 57 mal trafen sich die Sänger zu Proben und Veranstaltungen. 25 auswärtige Proben und Veranstaltungen sind wohl in einem Jahr eine große Vereinsleistung und Zeugnis tiefer Verbundenheit der aktiven Sänger.“

Ein Jahr zuvor hatte derselbe Chronist geschrieben, „daß die echte Aktivität nicht mehr ganz so ist wie früher“, und geschlossen: „Vielleicht geht es im nächsten Jahr wieder vorwärts.“ Der letzte Satz dieses Bandes ist die Antwort darauf:

„Also ein leistungsstarkes Vereinsjahr.“

Es ist zugleich der letzte Satz, den die Sängerrunde für die nächsten einundzwanzig Jahre hinterlässt: der nächste Chronikband, der dem Verein vorliegt, ist der des Jahres 1998.