Eine Wand mit den Jahreszahlen von 1947 bis 2026 und dem Schriftzug „Chronik“

Chronik 1971

Was im Vereinsjahr geschehen ist — Monat für Monat.

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15. Jänner 1971 - Generalversammlung

Der Band nennt sie ohne ein weiteres Wort. Es ist die einzige Generalversammlung der sieben Jahrgänge, zu der der Chronist nichts anmerkt – kein Schneesturm, kein „harmonischer Verlauf“, kein Bier.

20. Februar 1971 - Sängermaskenball

Auch hier nur die Zeile. Ein Jahr zuvor hieß es noch: „wie je der Ball des Jahres“.

4. März 1971 - Abschied von Anna Wagner

„Begräbnis v. Frau Anna Wagner, Gattin v. Ö.R. Wagner“

Am rechten Rand, in kleinerer Schrift, hat der Chronist „(1000.– S)“ dazugeschrieben. Was die Zahl bedeutet, sagt er nicht – ob der Verein den Betrag erhielt, spendete oder verbuchte.

3. April 1971 - Das Konzert in Unteriglbach

„Konzert in Unteriglbach“

Der vierte Auftritt in Unteriglbach seit 1968.

23. April 1971 - Ständchen für Ernst Schmierer

„Ständchen f. Herrn Kaufmann Ernst Schmierer zum 50. Geburtstag.“

Es ist derselbe Ernst Schmierer, dessen Firma 1963 die Trachtenhüte nach Maß lieferte – jene Hüte, über deren Ankauf die Generalversammlung im Schneesturm auseinanderging – und der die Sänger 1964 zur Brauereibesichtigung nach Zipf einlud.

1. Mai 1971 - Die Hochzeit von Johann Lehr

„Hochzeit d. Sangesbruders Johann Lehr.“

Johann Lehr steht auf dem Gruppenbild von 1968, in der rückwärtigen Reihe.

4. Juni 1971 - Die Probe in der „Tausendjährigen Linde“

„Probe im Gasth. z. 1000jähr. L. Braunsberg“

Im selben Gasthaus hatte 1967 der Leichenschmaus für das unterstützende Mitglied Johann Kriegl stattgefunden.

10. bis 11. Juli 1971 - Die Sängerfahrt nach Graz

„Außer Buswahl gut gelungene Sängerfahrt nach Graz (Wels – Pyhrn – Naturmuseum – Graz; Piber – Gaberlstraße – Volksfest u. Bad Aussee – St.M.)“

Mehr steht nicht da – eine Zeile für zwei Tage. Drei Farbfotos kleben darunter: ein Bus, der von etwa zehn Männern geschoben wird, eine Reisegruppe vor einem Bus und Pferde in einem Stall. Beschriftet ist keines.

Was mit dem Bus war, sagt der Chronist nur in zwei Worten: „außer Buswahl“.

Anschließend, schreibt er, „wurden die ‚Sängerferien‘ in diesem Jahr gebührend eingehalten“.

7. November 1971 - Heldenehrung

„Heldenehrung (Messe, Heldengrab b. Kam.)“

Die Abkürzung „b. Kam.“ löst der Band nicht auf.

8. November 1971 - Abschied von Karl Guppenberger

„Begräbnis des unterst. Mitgl. Karl Guppenberger, ‚Beham Kleinwiesenhart‘“

22. Dezember 1971 - Die Weihnachtsfeier

„Weihnachtsfeier mit gutem Gesang. Gedichtvorträge der jungen Sänger.“

Die „jungen Sänger“ sind die sechs, die in diesem Jahr dazugekommen waren.

24. Dezember 1971 - Die Mettenfeier

„Mitgestaltung der Mettenfeier: ‚Es ist ein Ros entsprungen‘, ‚O du fröhliche‘, ‚Stille Nacht‘“

28. Dezember 1971 - Der Tod des Kassiers Rudolf Schwarz

Am 28. Dezember 1971 begleitete die Sängerrunde ihren Vereinskassier zu Grabe.

„Rudolf Schwarz war Gründungsmitglied unserer Sängerrunde, seit 1951 Kassier und ein pünktlicher, zuverlässiger und aufrechter Sangesbruder u. Tenor.“

Zwanzig Jahre lang hatte er die Kasse geführt. 1967 hatte der Chronist notiert, er übe das Amt „nun 16 Jahre äußerst gewissenhaft“ aus, und die Sänger waren zu seinem Geburtstag vollzählig ins Gasthaus Bayer in Gstötten gekommen. Auf dem Gruppenbild von 1968 sitzt er außen links, als Erster der Reihe.

Er starb am Jahresende.

Vereinsjahr 1971 - Die jungen Sänger und die Bilanz

„Wie schon geplant verlief dieses Vereinsjahr etwas ruhiger. Die Sänger trafen sich 43 mal, davon 33 mal zu Proben und 10 mal zu bes. Anlässen.“

Die Liste, die darauf folgt, zählt dreizehn Anlässe. Der Band löst das nicht auf.

Und dann der letzte Satz des letzten Bandes, den die Sängerrunde für die nächsten sechsundzwanzig Jahre hinterlässt: „Es tut uns sehr leid, daß das heurige Vereinsjahr, das mit großer Hoffnung schließt, weil eine Reihe junger Burschen zu uns gefunden hat (Josef Labmayer, Josef Zarbl, Karl Danninger, Joh. Demmelbauer–Ebner und Franz u. Johann Mayrhofer), mit dem Verlust eines so geachteten Sängers enden mußte.“